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Verein für Heimatkunde Alsweiler

TV-Team aus Saarbrücken im Hiwwelhaus zu Gast
Vereine präsentierten dörfliche Kultur Dorf im Fernsehen

Tagesfahrt der Vereinsgemeinschaft am 12.09.2010 zum Winzer
 
und Weinfest nach Grevenmacher

Alsweiler als Beispiel


Deutscher Städte- und Gemeindetag befasste sich in Mainz mit den Problemen der Dörfer –  Buchautor Klaus Brill zum Vortrag eingeladen

Kath. Frauengemeinschaft Alsweiler


 
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Eine Reise nach Danzig und Masuren
 
Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen,
über weite Felder lichte Wunder geh’n….
 
Wir starten nach Masuren, hieß es am 17. August 2009 um 06.50 Uhr für 37 Reiselustige aus Alsweiler und Umgebung. Wir starteten bei rechtem Reisewetter und fuhren über die Autobahn nach Frankfurt. Ohne Probleme wurden wir im Flughafen durch alle Kotrollen geschleust und befanden uns bald über den Wolken im Sonnenschein. Eine gute Stunde später sind wir fast pünktlich gelandet und befinden uns auf polnischem Boden.

Nachdem jeder seine Koffer wieder in Händen hielt, wurden wir von Kasimir unserem Reiseleiter für Danzig, und Janusch, unserem Super-Fahrer, wie sich herausstellen sollte, empfangen. Kasimir könnte einem Fontane- Roman entsprungen sein, schön seine ostpreußische Redeweise: jefahren, jelaufen, bischen, und Jungchen…Er erzählte uns von Gdansk mit ganz langem a und Gdüüünja und Sopot, diese drei Städte bilden das „Danziger Konglomerat. Die Stadt ist über tausend Jahre alt und hat manchen Sturm überstanden.
 
Im Krieg wurde Danzig fast völlig zerstört. Die Rechtsstadt(Glowne Miasto) wie der historische Kern genannt wird, ist heute original getreu wieder aufgebaut, mit alten Patrizierhäusern und vielen Toren, dem Krantor, dem goldenen Tor, dem grünen Tor, neben dem unsere Hotel steht, dem Hohen Tor, dem Frauentor und dem Brotbäckertor. Danzig bildet zusammen mit Gdingen und dem berühmten Badeort Zoppot eine Stadt mit fast 800.000 Einwohnern. Geht man durch das Grüne Tor gelangt man zum Ufer der Mottlau, die die Stadt durchfließt. Auf der rechten Seite wieder wunderschöne Patrizierhäusern, schmale hohe Giebel, jedes Haus besitzt eine andere Fassade und jedes ist mit anderen Türmchen und Statuen und Verzierungen geschmückt.
 
Wir bezogen unsere Zimmer im „Radisson Blu, in dem wir bestens untergebracht waren und vorzüglich speisten. Wir wanderten mit Kasimir durch die Altstadt und bekamen viel zu sehen und zu hören. Er erzählte uns von schlitzohrigen Kaschuben und Mottlauer Spuckejungchens, von Beischlägen und alten Häusern mit dreigeschossigen Kellern. Wir wanderten am Ufer der Mottlau entlang bis zum kleinen Hafen mit Segelschiffen und zur Anlegestelle von zwei Galeeren, mit denen man auf die Westernplatte schippern kann. Vorbei am mächtigen Krantor, dem ehemaligen Hebewerk und jetzigem Wahrzeichen von Danzig. Wir schlenderten durch enge Gassen mit alten hohen Häusern und Treppenaufgängen, bestaunten das prächtige alte Rathaus mit seinem wunderschönen Glockenspiel, das alle Stunde ertönt, die Marienkirche mit ihrem mächtigem viereckigen Turm, leider eingerüstet, genannt die „Dicke Marie mit seinen 400 Stufen. Wir kamen zurück in die „Lange Gasse, die auch „Königsweg genannt wird und bestaunten immer wieder die fantastischen Häuser, Giebel mit manchmal nur zwei Fenstern in der Breite.
 
Am nächsten Morgen holte uns Janusch mit dem Bus vor dem Hotel ab und wir fuhren auf der Straße # 6 Danzig - Stettin, an der Bahnlinie nach Stargard, der 6.größten Stadt Polens entlang, durch herrliche Lindenalleen nach Gdynia, vorbei am Lech Walenca-Haus, Kasimir sprach vom „reichsten Elektriker Europas. Im Hafen von Gdingen lief 1923 das erste Schiff ein. Wir fuhren vom Hafen hoch in 50 m Höhe, die höchste Erbebung in Danzig liegt
200 m über NN. Kasimir sprach immer von oben und von unten. An „neureichen Villen wie er sich ausdrückte, wieder abwärts zur Ostsee nach Sopot oder Zoppot wie es früher hieß, mit der längsten Seebrücke Europas von 516 m.
 
In der Kirche von Oliwa erwartete uns ein Orgelkonzert. Die Kirche wurde wiederholt zerstört, aber immer wieder aufgebaut, deshalb auch die erstaunliche Stilmischung. Die hohe Barockfassade wird von zwei gotischen Backsteintürmen flankiert, die wiederum mit Türmchen aus der Renaissance gekrönt sind. Innen ist die Kirche weiß getüncht, was ihr eine fast grazile Leichtigkeit verleiht. Großartig die Barockorgel, die vom berühmten Orgelbauer Johann Wulf Ende des 18. Jahrhunderts in 25 Jahren erbaut wurde. Diese Orgel besitzt 7.896 Pfeifen, die höchsten 10 m und die kleinsten nicht größer als ein Streichholz. Die Orgel ist geschmückt mit Posaunen blasenden Engeln, mit Glockenspiel und Engelchen mit kleinen Glöckchen, und oben nimmt Maria mit huldvollem Kopfnicken die Verbeugungen vom Engel Gabriel entgegen.
 
Die Kirche war voll besetzt. Zuerst wurde ein Vater unser gebetet, und dann lauschten wir hingerissen den Klängen dieser Orgel und bestaunten die sich bewegenden Figuren. Das Konzert mächtig, dazwischen zarte, fast zwitschernde Laute, einmal rief der Kuckuck, eine zarte Version des Ave Maria, dann fast keck die Brücken von Avignon, um dann mit einem brausenden Finale zu enden.
 
Anschließend brachte uns unser Bus zurück zum Hotel. Wir hatten nur kurz Zeit uns etwas frisch zu machen, dann spazierten wir zur Anlegestelle der Galeeren, um auf die berühmt, berüchtigte Westernplatte zu fahren. Die alten Galeeren laufen in unserer modernen Zeit heute natürlich mit Motorkraft. Wir fuhren durch den endlosen Hafen, an den alten Befestigungen vorbei, leider nur bis kurz vor die Ostsee. Trotzdem brachte die Fahrt, wie alle anderen Schiffstouren, die wir machten, etwas Ruhe in unsere Tage. Anschließend stiegen vier von uns die 400 Stufen auf die dicke Marie und wurden mit einem grandiosen Rundumblick über die Dächer Danzigs bis zur Ostsee belohnt. Er war den Aufstieg wert. Nach dem Abendessen im Hotel noch ein letzter Bummel durch Danzig und ein feines polnisches Bier in einer kleinen Kneipe.
 
Am nächsten Morgen, es ist bereits Mittwoch, besteigen wir unseren Bus, und nun geht es in Richtung Masuren. Endlose Felder und weiter Himmel, Sand und Kiefern, dann standen wir vor der Marienburg, die Burg der Deutsch Ritter.
 
„Der Orden der Ritter des Hospitals St. Mariens des Deutschen Hauses zu Jerusalem, wie die offizielle Bezeichnung lautet, entstand als dritter Orden, von den im 12. Jahrhundert in Palästina gegründeten Ritterorden nach den Templern und Johannitern. Diese sollten das Grab in Jerusalem aus den Händen der Ungläubigen befreien.
 
Gegründet wurde der Orden 1190 in Akkon von Bremer und Lübecker Patriziern, wahrscheinlich in Anlehnung an ihr erstes Hospital, das in Jerusalem von 1128 bis 1187 existierte. Im Hof der Burg stehen die Standbilder der Großmeister der Marienburg: Hermann von Salza 1209 bis 1239, Siegfried von Feuchtwangen 1303 bis 1311, Winrich von Kniprode 1352 bis 1382 und Albrecht von Brandenburg-Ansbach 1511 bis 1525.
 
Wir hatten einen netten jungen Mann, Gregor, als Führer durch die Burg, es war nicht alles zu behalten, was er uns erzählte. Im großen Rittersaal, dem „Großen Remter fällt das prächtige Palmengewölbe mit seinen schlanken Säulen sofort auf. Es strahlt eine Leichtigkeit aus, die gar nicht zu den dicken Backsteinmauern zu passen scheint. An den Wänden sind noch Reste fantastischer Malereien zu sehen. Es ist unmöglich, diese riesige Burg in einem kurzen Abriss zu beschreiben, sie ist gigantisch und alles aus Backsteinen gebaut, wer hat diese alle hergestellt und gebrannt und aufeinander gesetzt? Es ist unglaublich Durch Kreuzgänge und über Treppen zu Innenhöfen und in neue Säle und Räume. Die Kapelle ist noch nicht restauriert, soll auch wohl als Denkmal gegen den Krieg nicht ganz wiederhergestellt werden.
 
Nach einer kurzen Rast mit polnischer Grützwurst, Salzgurke und Brot und einem kühlen Bier fuhren wir weiter. Auf dem Weg zum Oberlandkanal flogen endlose Felder, wenig Dörfer und viel Brachland vorbei. In den Vorgärten der Dorfhäuser blühten üppig und bunt, die Herbstblumen. Die Dorfstraßen oftmals noch ohne Asphalt. Unser Bus fuhr durch Kastanien- und Lindenalleen wie durch einen grünen Tunnel. Auf den Feldern Blumenkohl, Lauch und Salat, Viele Kornfelder sind bereits geerntet und wieder frisch gepflügt. Auf den Weiden schwarz-buntes Vieh, und an den Straßenrändern Erlen, Weiden, Pappeln und viele Ulmen. Am Horizont die ersten Hügel.
 
Wir kommen zum Oberlandkanal und warten gespannt auf unser Schiff, auf dem wir über vier Schleusen den Kanal hinauffahren werden. Dieser Kanal wurde zwischen 1848 und 1878 ausgehoben und verbindet 80 km lang die Ostsee mit Osterode. Wir fuhren ein Stück und dann kam der erste Berg. Unser Schiff fuhr auf eine Art Schlitten und wurde durch die Wasserkraft auf Schienen mit dicken Seilen den Berg hinaufgezogen und oben glitten wir wieder ins Wasser und fuhren weiter zum nächsten „Berg. Also eine sehr interessante Fahrt, wer schippert schon mal über den Berg? Unmengen von Fotos wurden geschossen, einige konnten auch außen auf dem Schlitten mitfahren, es war klasse.
 
Unsere Reiseleiterin hier ist Frau Jankowska, die uns sehr kompetent und mit großem Wissen durch Masuren führte. Wir kommen nach Sensburg am Juno-See, gleich neben dem Czos-See. Hier steht unser Hotel, es heißt Eva und ist das letzte einer kleinen Hotelanlage.
Wir beziehen unsere Zimmer, die meisten mit Seeblick. Das Abendessen beginnt mit einer Suppe, die in einer großen Terrine auf jeden Tisch kommt. Danach kann sich jeder am Buffet bedienen.
 
Nach einem ausgiebigen und ausgezeichneten Frühstück starten wir zur Rundfahrt durch den Nordteil Masurens.
 
Wir fahren zuerst zur Wolfsschanze, dem Hauptquartier Hitlers. Die meisten von uns fahren sicher mit gemischten Gefühlen, aber es ist einfach ein Stück Geschichte. Frau Jankowska führt uns durch den Wald, wir sehen den Gedenkstein von Stauffenberg, die vielen Lagerhäuser und Bunker. Ein bedrückender Ort mitten im Wald, massige riesige Betonreste und Mauern. Wahnsinn!! Nur tröstlich, die Natur erobert sich alles zurück.
 
Weiter ging unsere Reise durch eine alte Lindenallee zur Kirche „Swieta Lipka, heilige Linde. Eine große barocke Wallfahrtskirche, leider vollkommen eingerüstet. Hier geht die Legende, dass einem Gefangenen die Mutter Gottes erschienen ist, mit der Aufforderung, aus einem Stück Holz in derselben Nacht eine Statue von ihr anzufertigen. Diese gelang so gut, dass der Verurteilte begnadigt wurde. Die Madonnenfigur wurde an einer Linde aufgestellt und schon bald kamen viele Pilger und eine Kapelle wurde errichtet. In der Kirche steht ein alter Lindenstamm mit der Madonna mit Kind. Die Orgel, erbaut vom Orgelbauer des preußischen Königs mit über 4.000 Pfeifen erfüllte mit ihrem gewaltigen Klang das Gotteshaus.
Anschließend fahren wir durch das wellige Land, geformt durch die letzte Eiszeit wieder nach Sensburg, auf Polnisch Mragowo zu unserem Hotel. Nach dem Abendessen Treff an der Bar mit etlichen Wodka Bison….
 
Am nächsten Morgen besichtigen wir erst die Stadt, ein Ferienort seit dem 19. Jahrhundert.
Im Gemeindeamt befindet sich ein Museum, dass sich auch Ernst Wichert, 1887 bis 1950, dem masurischen Heimatdichter widmet.
 
Heute war Markttag, und es gab einfach alles Auf handtuchgroßen Unterlagen waren Möhren, Sellerie, rote Beete, Zwiebeln, eben alles, was die Bauern in ihren Gärten haben, ausgebreitet. Gerupfte Gänse konnte man kaufen und Heidelbeeren, Pilze und Preiselbeeren. Die benötigten Töpfe und Pfannen konnte man beim Nachbarstand ebenfalls erhalten. Kleidung, Honig und Brot, Käse und Wurst, es war alles da. Nachdem wir uns alle mit Obst und etwas Proviant für unsere Heimreise versorgt hatten, fuhren wir nach Kleinort, dem Forsthaus, in dem Ernst Wichert geboren wurde und gelebt hat. Ein Studierzimmer ist eingerichtet und eine Stimme vom Band las ein Stückchen aus seinem Buch Kindheitserinnerungen:    wir waren zwar arm und hatten kein Spielzeug, aber waren wir nicht reich an Brettern, Nägeln und Draht…..Es ist ein einsamer Ort, wen wundert es da, wenn seine Bücher etwas schwermütig wirken.
 
In Nikolaiken stiegen wir von unserem Bus in fünf Boote um, die von verwegen aussehenden Männern gestakt wurden. Unserer sah aus wie ein „schlitzohriger Kaschube. „Ach Jungchen, mach doch langsam…Lautlos glitten die Boote mit je acht Mann/Frau dahin. Glasklar das Wasser, kleine grau gestreifte Fische flitzten unter dem Boot durch oder schwammen neben uns her. Enten bettelten um Futter, und eine Schwanenfamilie führte ihre fünf fast erwachsenen Kinder aus. Dazwischen unzählige Kanuten, die mit mehr oder weniger Können ihre Paddel schwangen.
 
Trotz der vielen Boote gab es Stellen, da denen es total still war. Wir hielten Ausschau nach dem Eisvogel, aber dem war der Betrieb sicher zu groß. Zurück nutzten wir die Strömung und unsere Staker brauchten nur ab und zu das Boot in die richte Richtung zu lenken. Wasserpflanzen, Sand, rote und graue Steine, Muscheln und Schnecken im Wasser, ein paar Badenixen waren ebenfalls im Fluss. Das Wasser ist an manchen Stellen nur 50 cm hoch. Rechts und links Wald und Schilf, Erlen stehen im Wasser, abgestorbene Bäume reckten ihre kahlen Äste in den strahlend blauen Himmel. Eine Hand im Wasser, diese Fahrt war Genuss pur. Und anschließend speisten wir feinen gebratenen Fisch mit Kartoffeln und Salat und sogar das Bier schmeckte wieder, obwohl ich heute Morgen jedem Tropfen Alkohol abgeschworen hatte!
 
Auf der anderen Seite vom Restaurant hatten einige Schmuck-, Handarbeits- und Töpferwarenhändler ihre Stände aufgebaut. Ich denke, jeder fand etwas für sich oder ein Mitbringsel und Dankeschön für die Haus-, Hund- und Katzenhüter.
 
Zurück im Hotel war noch Zeit für einen Bummel in die Stadt, um den See oder zu einem Bad im See. Dann mussten Koffer gepackt werden, es gab ein letztes Abendessen und die letzten Drinks an der Bar und viel zu schnell kam der Abschied vom Juno-See und Sensburg.
 
Janusch fuhr uns sicher nach Danzig zurück, unterwegs machten wir in Elbing noch kurz Station und saßen dann pünktlich im Flieger nach Frankfurt und kamen glücklich und mit schönen Erlebnissen im Kopf und Herzen in Alsweiler an. Es waren wunderbare Tage in Masuren, wir haben viel erlebt und gesehen, Wir alle sehen Polen sicher mit anderen Augen. Ein Dankeschön an die Reiseleitung und für die nächste Reise, kann man sich schon mal Gedanken machen, .wer weiß?